Traumatherapie NARM

„Die Spontane Bewegung ins uns allen führt in Richtung Verbundenheit, Gesundheit und Lebendigkeit. So zurückgezogen und isoliert wir auch geworden sind oder wie gravierend das Trauma ist, das wir durchlebt haben - auf der tiefsten Ebene gibt es in jedem und jeder von uns einen Impuls, sich auf Kontakt und Heilung zuzubewegen, vergleichbar mit einer Pflanze, die sich spontan auf das Sonnenlicht zubewegt. Dieser organismische Impuls ist das, was NARM als Verfahren antreibt.“

Laurence Heller & Brad J. Kammer

NARM - das Neuroaffektive Beziehungsmodell (Neuro-Affektive Relational Modell) ist ein von Laurence Heller entwickelten Ansatz für die Behandlung von Entwicklungs- und Bindungstrauma.

NARM berücksichtigt der Zusammenspiel von neurobiologische, emotionale und psychosoziale Entwicklung und ihre bedeutende Rolle in frühen traumatische Erlebnisse, dessen Folgen sich vielfältig ins Erwachsenenalter spiegeln.

Im Kontext von frühen Entwicklung und Bindung versteht NARM Trauma nicht bloß als das, was mir geschehen ist, sondern achtet vor allem darauf wie ich mich anpassen musste, um zu überleben. Demnach beschäftigen wir uns in der NARM Traumatherapie nicht primär mit den vergangenen traumatischen Ereignissen, wir fokussieren uns auf den Auswirkungen der traumabedingte Anpassung auf Selbst- und Weltbild und wie diese als Teil der Identität im jetzigen Leben weiter getragen wird.

Im NARM sind Kontakt und Bindung von zentrale Bedeutung. Frühe Entwicklungstrauma, die mit erlebten Versagen und Mangel in der primäre Bindungsbeziehungen zusammenhängen, beeinflußen uns von der Nervensystem-Ebene bis in unsere Beziehungsfähigkeit und unsere Selbst-Verständnis als Menschen. Es geht bei Bindungs- und Entwicklungstraumata nicht nur um das reine körperliche Überleben, sondern vor allem auch um eine Bedrohung unseren emotionale und psychische Integrität.

Der Kern der therapeutische Arbeit im NARM liegt im Erkunden der Beziehung zu verschiedenen Aspekten des Selbst, gerade zu denjenigen, zu den sich ein Konflikt zeigt.

In diesem konflikthaften Erleben meines Selbst, meiner Beziehungen, meiner Welt, spiegeln sich frühe emotionale Verwundungen und Bindungsdynamiken sowie meine traumbedingte Anpassung daran. In der Therapie werden diese auf den unterschiedlichen Erlebensebenen - Emotionen, Gedanken, körperliches Empfinden - verfolgt.

Im NARM erforschen wir welche Strategien wir uns angeeignet haben, um uns vom Kontakt mit unseren authentischen Ausdruck abzuschneiden und wie wieder Verbindung dazu erleben können.

Hindernisse, die sich auf diesen Weg zeigen, weisen auf alten Wunden und früheren Bewusstseinsanteile auf. Emotionen und Impulse die dabei auftauchen, versteht NARM vor allem als Botschafter. Sie weisen uns den Weg Richtung Kontakt, Lebendigkeit, Expansion, natürliche Weiterentwicklung. 

Von welchen Seiten von mir selbst musste ich mich abtrennen, verleugnen, verstecken? Wie beeinflusst dieses Überlebensmuster weiter meine Beziehung zu mir Selbst, zu anderen, zum Leben? Wie wiederhole und verfestige ich diese innere Dynamik und vermeide (unbewusst) den lebendigen Kontakt mit dem Hier und Jetzt?

Es geht weniger darum, etwas zu„tun“ sondern eher darum, den Zugang zu unsere natürliche Entwicklungsbewegung frei zu legen, die durch dem überlebensnotwendige Traumaanpassung unterbrochen bzw. zurückgehalten wird. 

In dem wir aufhören, vor dem Schmerz zu laufen, können wir auf Ressourcen und Fähigkeiten zugreifen, die sonnst unentdeckt blieben.

Raum für Neues, Unerwartetes entsteht. Ich erlebe, anders als in meiner meiner Kindheit, dass ich Kapazität habe bzw entwickeln darf, mit dem Leben und seinen Herausforderungen umzugehen.

„NARM ist nicht nur ein klinisches Modell für die Lösung komplexer Traumen - es ist ein Blaupause für die Unterstützung gesunder Beziehungen. Mit unserem tiefenpsychologisch orientierten, somatisch basierten Ansatz, Veränderungen im Hinblick auf die psychobiologischen Anpassungen an komplexe Traumen anzustoßen, wollen wir ein weitreichendes Verständnis von dem vermitteln, was die treibende Kraft hinter menschlichem Schmerz und Leiden ist. Dieser Beziehungsorientierte Rahmen basiert darauf, aus dem eigenen Herzen heraus zu agieren“

Laurence Heller und Brad J. Kammer

NARM® geht von fünf organisierenden Entwicklungsthemen in der frühkindlichen Entwicklung aus, die im Rahmen des Therapieprozesses weitergeführt und in Form von Kernfähigkeiten gestärkt werden:

  1. Willkommensein und Kontakt: Wir habend das Gefühl, auf diese Welt zu gehören. Wir sind mit unserem Körper und unseren Gefühlen in Kontakt und sind zu tragfähigen Beziehungen zu anderen imstande.
  2. Bedürfniserfüllung und Miteinander: Wir wissen, was wir brauchen und sind der Lage, auf andere zuzugehen, wenn wir ihre Fürsorge oder Unterstützung brauchen. Wir können uns an der reichen Fülle des Lebens erfreuen.
  3. Vertrauen und Unterstützung: Wir haben ein uns innewohnendes Selbstvertrauen und Zutrauen zu anderen. Wir fühlen uns sicher genug, um uns auf gesunde wechselseitige Abhängigkeitsverhältnisse mit anderen einzulassen und uns auf sie zu verlassen.
  4. Selbstständigkeit und Miteinander: Wir können nein sagen und anderen gegenüber klare Grenzen setzen. Wir sagen, was wir denken, ohne dabei von Schuldgefühlen, Scham oder Angst geplagt zu sein.
  5. Liebe und Sexualität: Unser Herz ist offen und unser Nervensystem ausreichend im Gleichgewicht, was liebevolle Beziehungen, Intimität von Seele und Körper und damit eine gesunde Sexualität unterstützt.

[aus Laurence Heller  [Entwicklungstrauma heilen, Kösel Verlag]

„Jeder Mensch hat ein wahres, authentisches Selbst. Das Trauma ist die Trennung davon und die Heilung ist die Wiederverbindung damit“

- Gabor Maté

NARM ist eine prozessbasierte und körperorientierte Form von Psychotherapie. 

Der Körper wird hier vor allem als Resonanzraum verstanden, in dem sich inneren Dynamiken spiegeln. Spürbar können sie unteranderem als Anspannung, Kontraktion, Kollaps oder Taubheit werden.

Andersrum kann sich ein Empfinden von inneren Raum und Expansion einstellen, während sich traumabedingte Identifikationen lösen. 

Der NARM Ansatz sieht Verbindung, innerer Gleichgewicht und authentischer Selbstausdruck als natürlicher Zustand. 

Unsere gemeinsame Aufgabe im therapeutischen Prozess besteht darauf, die Hindernisse, die wir dazu aufbauen mussten, zu erforschen.

NARM-spezifischen Prinzipien, die ich im therapeutischen Prozess als besonders hilfreich empfinde

Kontakt

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Termine sind ab sofort möglich, sowohl in Freiburg als auch online.

E-Mail: Für Terminabsprachen und Fragen: claudia.sousa.vaz@posteo.de

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